Microservices sind die Voraussetzung für ein zukunftsweisendes Thema, dass Verantwortliche in allen Branchen beschäftigt: "Low-Code" bzw. "No-Code".
Wie bei jedem Thema, über das viele Beteiligte mit unterschiedlichen Hintergründen und Interessen diskutieren, gibt es mehrere mögliche Interpretationen der Begrifflichkeiten. Zunehmend setzt sich folgendes Verständnis durch.
"Low-Code" bezieht sich auf das Zusammenführen von mehreren Prozessen bzw. Prozessschritten durch hauptsächlich nur Konfiguration zu einem neuen Prozess. Dabei bedienen sich IT-Spezialisten an den vorhandenen REST-APIs und legen nur noch die Parameter fest, die als Ausgangsprodukt des einen REST-Services als Eingangsparameter an den nächsten REST-Service übergeben werden. Durch zwischengeschaltete Bedingungen und gegebenenfalls Transformation von Parametern können sich sehr mächtige Konstrukte bei gleichzeitig geringem Ressourceneinsatz ergeben. Geeignete grafische Oberflächen erlauben dieses per Drag & Drop durchzuführen. Weil dabei wenig bis gar nichts programmiert werden muss, ergibt sich der Begriff "Low-Code". Ein Beispiel für ein "Low-Code"-System ist Node-RED.
"No-Code" wiederum richtet sich eher an den Fachanwender. Ziel ist in kürzester Zeit eine kleine Anwendung innerhalb eines Teams oder Projektes zur Verfügung zu stellen. Auch hierbei kommt eine grafische Oberfläche zum Einsatz. Die Eingabe- und Listenelemente werden aus einer Reihe von Komponenten ausgewählt und per Drag & Drop arrangiert und verknüpft. In diesem Kontext werden vorhandene REST-APIs als Quelle für Auswahldialoge oder ähnliches eingesetzt. Eventuell können auch die Angaben aus dem entstandenen Formular an eine REST-API übergeben werden. Die IBM und HCL haben gerade auf der Engage Konferenz angekündigt, an einem solchen "No-Code"-System für IBM Domino zu arbeiten.
Die beiden Ansätze gewinnen ihre Bedeutung aus der Flexibilität, mit der ein Unternehmen schnell eine Anwendung zur Verfügung stellen kann, um auf eine geänderte Marktsituation reagieren zu können.