JAX 08: Agile Day - Welche agile Methode passt zu uns?

von Thomas, assono GmbH, Standort Kiel, 21.04.2008


Ich versuche heute mal mein erstes Live-Blogging. Ich bin auf dem Agile Day auf der JAX 08.

Der erste Vortrag von Henning Wolf, Christoph Kemp, beide akquinet it-agile GmbH ist:
Welche agile Methode passt zu uns?

Agiles Manifest:

  • Menschen wichtiger als Prozesse
  • Laufende Software wichtiger als Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden wichiger als Verträge
  • Veränderungen willkommen heißen wichtiger als Planverfolgung

    noch wichtig:
  • Einfachheit (einfache Lösungen anstreben)
  • Systematische Rückkopplung
  • Transparenter Projektfortschritt
  • Selbstreflektion: Anpassung des Prozesses
  • Voraussetzung: Vertrauen

4 Methoden

Scrum
Schwerpunkt: agiler Managementrahmen
fokussiert auf Eigenverantwortung des Teams
Kompakt

Product-Backlog: Sammelt alle bekannten Anforderungen
Sprint: Iteration in Scrum, z. B. 30 Tage
Sprint-Planung: Planung einer Iteration
Sprint-Backlog: Anforderungen für eine Iteration
Scrum-Meeting: 15 Minuten, jeder nur drei Fragen beantworten
Scrum-Master: nicht Projektleiter, unterstützt nur den Prozess
Sprint-Review: Meeting am Ende eines Sprints
Sprint-Retrospektive: Was war?

Extreme Programming von Kent Beck

Schwerpunkt: Qualität, Flexibilität, Einfachheit
eher für kleine Teams
besteht aus

  • Werten und Prinzipien und
  • Praktiken (best practices)

    5 Werte
  • Kommunikation
  • Rückkopplung
  • Einfachheit
  • Mut
  • Respekt

    14 Prinzipien
  • Menschlichkeit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Gegenseitiger Vorteil
  • Selbstähnlichkeit
  • Verbesserung
  • Mannigfaltigkeit
  • Reflexion
  • Fluss
  • Gelegenheit
  • Redundanz
  • Fehlschlag
  • Qualität
  • Babyschritte
  • Akzeptierte Verantwortlichkeit

    Praktiken:
    Programmieren in Paaren (Sekunde)
    Testgetriebene Entwickung (Minute)
    Kontinuierliche Integration (Stunde)
    Standup-Meeting (Tag)
    Wochenzyklus (Iteration) (Woche)
    Quartalszyklus (Releaseplanung) (Monat)

    Crystal Methodenfamilie von Alistair Cockburn, IBM

    basiert auf empirischen Auswertungen
    Je Projekt wird eine neue Methode aus einer Familie erzeugt und immer weiter angepasst
    Mut zur Lücke: wenig wird spezifiziert
    Kleinste Menge an Regeln und Konventionen, die das Projekt zum Erfolg führt
    Zahl der Persponen im Projekt und Risiko sind Zielgrößen um "richtige" Methode aus der Familie zu finden

    Genetischer Code der Crystal-Familie
  • Das Model vom ökonimisch kooperativen Spiel
  • Ausgewählte Prioritäten: 1. (Projekt-)Sicherheit, 2. Effizient und Akzeptanz
  • Ausgewählte Prinzipien
  • Ausgewählte (Projekt-)Eigenschaften
  • Beispieltechniken (optional)
  • Methodenbeispiele

    Feature Driven Development von Jeff de Loca und Peter Coad

    Features als Einheit der Planung und Programmierung
    Schwerpunkt: Festpreisprojekte
    Fachliche Modellierung mit Modeling in Color
    Rollenmodell mit Chefmodellierer, Chefentwickler/-architekt, Entwickler

    Zeitliche Abläufe
  • Entwickle Gesamtmodell
  • Erstelle eine Feature-Liste
  • Plane je Feature
  • Entwurf je Feature
  • Konstruktion je Feature
    Insgesamt max. 6 Monate je Projekt, Planung dann 2-3 Wochen, je Feature max. 2 Wochen

    Wasserfall vs. "Feature-Wirbel"
    auf die Seite gelegt: Wasserfall je Feature
    bei späteren Features kann auf Erfahrungen der vorherigen aufgebaut werden


    Es folgen Überlegungen, welche Methode für wen am besten geeignet sein könnte...


    Scrum XP Crystal FDD
    Möglichst schnelles ROI *** *** *** **
    Effektivität/Geschwindigkeit ** *** ** ***
    Tranzparenz Projektfortschritt *** *** *** ***
    Planbarkeit/Planerstellung ** ** *(**) ***
    Flexibilität *** *** *** *
    Qualtität/Wartbarkeit *** *** ***
    Gute Startposition Folgeprojekt nur bei Teamkontinuität *** **


    Voraussetzungen Scrum XP Crystal FDD
    Selbstgesteuerte Teams *** *** **
    Großes Projekt ** * *** ***
    Festpreiskonstellation * * *** ***
    Spezialisierung der Teammitglieder ** * ** ***
    Erfahrungen softwaretechnisch gering ??? * **
    Kleines Projekt *** *** *** *(*)
    Produktentwicklung *** *** *** **
    Erfahrungen der Entwickler methodisch gering ** ** ** ***
    Zugriff auf Fachexperten schwierig * * *


    Finger wund schon nach dem ersten Vortrag... sad.gif


    Update

    Mit etwas Abstand wird die Sache klarer. In diesem Fall bedeutet das: Das war für mich der beste Vortrag des Agile Day: toller Überblick, informativ und inspirierend.
Thomas Bahn

Thomas Bahn

Diplom-Mathematiker, IT-Spezialist & Speaker auf Fachkonferenzen

Thomas Bahn ist Mitgründer und Geschäftsführer der assono GmbH. Seit mehr als 20 Jahren berät er erfolgreich Unternehmen aus ganz Deutschland rund um das Thema Software und Digitalisierung. Insbesondere in den Bereichen HCL Notes und Domino (ehemals IBM) als auch bei aktuellen, unternehmensrelevanten KI-Themen wie Chatbots kennt er die neusten Entwicklungen und weiß, wie diese sich gewinnbringend für Unternehmen einsetzen lassen. Aufgrund seines Expertenwissens ist Thomas Bahn regelmäßiger Sprecher auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen.

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