Quick-Tipp: Unter CentOS 6 zusätzliche Repositories benutzen

von Thomas, assono GmbH, Standort Kiel, 01.07.2014

CentOS 6 ist für mich eine rundherum gelungene Distribution. In Zusammenhang mit IBM-Software, wie z. B. IBM Domino, gefällt mir besonders die Kombination aus "fast" offiziell vom Hersteller unterstützter Plattform und kostenloser Benutzung für beliebig viele Server. Gerade wenn man ständig neue VMs erstellt zum Testen, für Demos usw., die man aber auch nach Monaten und Jahren noch nutzen können möchte, müsste man sonst für andere Betriebssystemlizenzen sehr viel Geld ausgeben. Nur "fast" weil es (binär-)kompatibel zum RedHat Enterprise Linux (RHEL) ist, das IBM offiziell als Betriebssystem für IBM Notes, IBM Sametime, IBM Connections usw. unterstützt.

Eine kleine Einschränkung ist aber, dass die Paketbibliotheken (Repositories), die direkt zu CentOS gehören, relativ klein sind zu anderen Linux-Distributionen. Kürzlich hatte ich auf einem Gentoo-Linux ein kleines Hilfsprogramm gesehen (htop), das mir auf Anhieb gefiel. Heute wollte ich auf eine mit NTFS formatierte, externe Festplatte zugreifen. Beides geht nicht mit den Paketen aus den Standard-Repositories. Aber glücklicherweise gibt es da was von Ratio... RepoForge (vormals RPMForge), einem weiteren Repository, das sich leicht einbinden lässt.

Bei zusätzlichen Repositories gibt es ein prinzipielles Problem: Was ist, wenn die Pakete und/oder Versionen enthalten, die mit denen aus den Standard-Repositories konkurrieren? Bei RepoForge sollte das kaum auftreten, aber wenn man sich trotzdem etwas absichern möchte, kann man das mit dem yum-priorities-Plug-in tun. Hier die notwendigen Schritte in aller Kürze für CentOS 6:

  • im Terminalfenster
    yum install yum-plugin-priorities
  • prüfen von /etc/yum/pluginconf.d/priorities.conf: enthält die Datei enabled=1 im Abschnitt main?
  • in allen Dateien in /etc/yum.repos.d/ Prioritäten eintragen, also priority=n in allen Abschnitten eintragen, wobei ich für die Basis-Pakete in CentOS-Base.repo 1 bzw. 2 vergebe, in CentOS-Vault.repo 3 bis 7 (aufsteigend zu den älteren Versionen hin), in CentOS-Media.repo die 8 und in CentOS-Debuginfo.repo die 9.

Jetzt kann man das RepoForge-Repository
hinzufügen
:

Und zum Test kann man jetzt htop installieren:

  • einmalig die Yum-Caches säubern:
    yum clean all
  • htop installieren:
    yum install htop
  • und schließlich ausführen:
    htop
  • für die NTFS-Unterstützung installiere ich ntfs-3g:
    yum install ntfs-3g

Thomas Bahn

Thomas Bahn

Diplom-Mathematiker, IT-Spezialist & Speaker auf Fachkonferenzen

Thomas Bahn ist Mitgründer und Geschäftsführer der assono GmbH. Seit mehr als 20 Jahren berät er erfolgreich Unternehmen aus ganz Deutschland rund um das Thema Software und Digitalisierung. Insbesondere in den Bereichen HCL Notes und Domino (ehemals IBM) als auch bei aktuellen, unternehmensrelevanten KI-Themen wie Chatbots kennt er die neusten Entwicklungen und weiß, wie diese sich gewinnbringend für Unternehmen einsetzen lassen. Aufgrund seines Expertenwissens ist Thomas Bahn regelmäßiger Sprecher auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen.

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