Lädt eine Ansicht zu langsam, lohnt es sich, die verwendeten Formeln
genauer anzuschauen. Die wichtigste ist dabei die Ansichtsauswahlformel.
Welche Dokumente werden überhaupt angezeigt? Ist die Formel performant
geschrieben? Ist es möglich auf gewisse Dokumente (wie zum Beispiel
Antwortdokumente oder veraltete Dokumente) in der Ansicht zu verzichten
und sie stattdessen auf eine andere Art zugänglich zu machen? Dabei muss
man auch im Hinterkopf behalten, dass eine Auswahlformel auf eine sehr
große Menge an Dokumenten zutreffen kann, der einzelne Anwender
möglicherweise jedoch aufgrund von Leser- und Bearbeiterfeldern nur
einen Bruchteil der Dokumente zu Gesicht bekommt, während die
überflüssigen Dokumente dennoch zumindest im Hintergrund für einen
Performanceverlust sorgen. Oft sollte man lieber kleinere,
spezialisiertere Ansichten bauen, statt wenige aufgeblähte
Universalansichten. Das Motto lautet: Berechne so viel wie nötig, aber
so wenig wie möglich.
Dies gilt ebenso für die Spaltenformeln. Anstatt in einer Ansicht
mehrere Werte in einer Spalte zu verketten (bspw. Vorname und Nachname
mitsamt Geburtsdatum und -ort) kann man diese Berechnung in ein weiteres
Feld des zugehörigen Dokuments auslagern, welches immer nur genau dann
neu berechnet wird, wenn sich eines der Bezugsfelder ändert.
Insbesondere dann, wenn man diese Information in mehreren Ansichten
benötigt, spart es nicht nur Berechnungen, sondern sorgt automatisch für
ein konsistenteres Datenbild und weniger Wartungsaufwand bei
Codeänderungen. Auch Icon- und Kategorie-Spalten verlangsamen den
Ansichtsaufbau - hier sollte man besonders zwischen fachlichem Nutzen
und gewünschter Geschwindigkeit abwägen. Natürlich hat auch die Anzahl
der Spalten einen wichtigen Einfluss. Man sollte immer direkt mit dem
Kunden abstimmen, ob die Nutzer alle vorgehaltenen Informationen in den
Ansichten wirklich benötigen. Schließlich können weniger angezeigte
Informationen eine Ansicht für den Nutzer auch übersichtlicher machen,
wenn diese zuvor überfüllt war.
Eine auf den ersten Blick unscheinbare Eigenschaft, die jedoch direkt
für eine Vervielfachung des Ansichtsindex sorgen kann, ist die
Sortierbarkeit von Spalten. Dies liegt daran, dass für jede mögliche
Sortierung einer Ansicht ein separater Index vorhanden sein muss, damit
bei Änderung der Sortierung schnell die neue Reihenfolge der Dokumente
angezeigt werden kann. Aber auch hier gibt es verschiedene Wege, für
Entlastung zu sorgen, wenn die vorhandenen Sortierungen fachlich
notwendig sind. Einerseits sollte man bei Sortierungen "in beide
Richtungen" (sowohl aufsteigend als auch absteigend) abstimmen, ob
vielleicht eine der beiden Optionen genügt und die andere nur selten
genutzt wird. Auch kann es vorkommen, dass die gewünschte Sortierung so
oder so ähnlich schon in einer anderen Ansicht vorhanden ist. In diesem
Fall kann man besser einstellen, dass bei Klick auf die
Spaltenüberschrift zur anderen Ansicht gewechselt wird. Ist eine
Sortierbarkeit zwingend, ohne jedoch häufig genutzt zu werden, kann man
die Indexerstellung am besten erst bei der ersten Nutzung durchführen
sowie den Index verwerfen, wenn die Ansicht einige Tage nicht genutzt
wird.